Bericht über unsere Generalversammlung und unser 125-jähriges Jubiläum

Seeg, 18.06.2019

Raiffeisenbank feiert Geburtstag - 125 Jahre und gute Bilanz

Zinsen bleiben niedrig


Seeg. Unter dem Titel „kompetent und fair – Ihr Partner vor Ort“ präsentierten die Vorstände Peter Huber und Georg Hummel den Mitgliedern der Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu eG die gute Bilanz des Jahres 2018. In diesem Zusammenhang erläuterte Vorstandsvorsitzender Huber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Auswirkungen des Niedrigzinses. Er kritisierte das zu bürokratische Auflagen- und Kontrollnetz in Deutschland und Europa, das den Mitarbeitern das Leben schwer macht. Für zunehmende Digitalisierung der Bankgeschäfte ist die Bank mit Hilfe des genossenschaftlichen Verbundes gut gerüstet.


In den nächsten Jahren wird - vor allem aufgrund des niedrigen Zinsniveaus - das Betriebsergebnis der Bank deutlich sinken, aber noch immer auf einem ausreichenden Niveau verbleiben.
Huber sprach über die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2018 und die aktuelle Lage am Finanzmarkt:Der Konjunkturaufschwung schwächte sich in 2018 ab. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 1,4 % im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Arbeitslosenquote sank weiter um 0,5 auf 5,2%. Der Finanzüberschuss des öffentlichen Gesamthaushaltes fiel mit 1,7 % so stark aus wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Dies resultierte auch aus den geringen Zinszahlungen der öffentlichen Hand. Die Leitzinsen blieben auf historisch niedrigem Niveau. Die Europäische Zentralbank hat angekündigt, dass eine deutliche Zinserhöhung bis weit ins Jahr 2020 hinein nicht kommen wird. Als Fazit für die Kreditnehmer kann festgehalten werden, dass trotz des anhaltenden günstigen Zinsniveaus auf sinnvolle Investitionen geachtet werden sollte, da sich die Preise für Immobilien und viele andere Investitionen deutlich verteuert haben. Für die Anleger entsteht derzeit häufig ein Kaufkraftverlust. Hier empfiehlt Huber eine Streuung der Anlageformen, wobei die Risikoneigung und der Anlagehorizont entscheidend sind.
Auch aktuelle Themen wie die neue Regierung in Italien, der Zollstreit mit den USA beschäftigen die Raiffeisenbank. 

Die Fusion der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu mit der Augusta-Bank in diesem Jahr hat mit der Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu eG grundsätzlich nichts zu tun. „Wir sind selbständig und möchten weiterhin eigenständig bleiben,“ betonte Huber.

Laut Vorstand Hummel erhöhte sich die Bilanzsumme um 5,5% auf 339 Millionen Euro (im Vorjahr: 321 Millionen Euro).  Der Hauptgrund für diese positive Entwicklung war die überdurchschnittliche Steigerung der bilanziellen Kundeneinlagen.
Insgesamt wurden 39,5 Millionen neue Kredite, vor allem an Häuslebauer, Gewerbetreibende,  Handwerker und Landwirte ausgereicht.
Der Aufwand für Personal, Sachleistungen und Abschreibungen der Raiffeisenbank lag bei 5 Millionen Euro und ist damit immer noch unter dem Durchschnitt der bayrischen Genossenschaftsbanken.
Das Eigenkapital erhöhte sich auf 41,3 Millionen Euro. Damit ist die Vermögenslage weiter überdurchschnittlich gut.


Auch die fünf Raiffeisenmärkte entwickelten sich positiv. Der Umsatz im Jahr 2018 erhöhte sich um 205 T€ auf 4.0 Mio. Der Warenrohgewinn war leicht rückläufig und durch den zusätzlichen Personalbedarf reduzierte sich das Betriebsergebnis auf 64.000 Euro. Werden die Zahlen im 5-Jahresbereich betrachtet, sind diese stabil.
Die Alpen und Gemeinschaftsweiden haben durchwegs mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen.
Der Bilanzgewinn belief sich auf 320.000 Euro. Daraus – so beschloss die Versammlung – erhalten die 6107 Mitglieder eine Dividende in Höhe von 5% auf ihre Geschäftsguthaben.


Herr Huber blickte auf 125 Jahre Geschichte der Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu eG zurück und zeigte dazu Bilder früherer Gebäude und ehemalige Geschäftsleiter und Gremiumsmitgliedern.


Turnusgemäß sind die Aufsichtsräte Karl Holzheu, Richard Kaufmann und Josef Brenner aus dem Gremium ausgeschieden. Karl Holzheu und Richard Kaufmann wurden erwartungsgemäß und einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Der Aufsichtsrat Josef Brenner kann aufgrund Regelungen in der Satzung aus Altersgründen nicht mehr wiedergewählt werden.


Am Ende der Versammlung berichtete der Verbandspräsident der Bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken Herr Dr. Jürgen Gros über die Zukunft der Genossenschaftsbanken. „Volks- und Raffeisenbanken sind die Champions der Bankenszene. Sie sind nah am Kunden, klar fokusiert und wachsen solide. Es ist die stabilste, sicherste und erfolgreichste Bankengruppe in Europa. Die Herausforderungen der Zukunft werden: die regulatorische Belastung, Europa will an den Einlagensicherungstopf der Volks- und Raiffeisenbanken, die Politik der EZB, weitere Absenkungen des Niedrigzinses, eine schwächelnde Konjunktur und der demografische Wandel,“ so Gros.
Im Anschluss überreichte er Herrn Josef Brenner, für seine jahrzehntelange Tätigkeit im Aufsichtsrat der heutigen Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu eG, die silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes Bayern.


Zum Schluss gratulierte Dr. Jürgen Gros den Vorständen Peter Huber und Georg Hummel zum 125-jährigen Jubiläum der Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu eG, auch stellvertretend für alle Ehemaligen und überreichte feierlich als Geschenk eine Glasskulptur mit der Gravur von  Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch.

 

Unser Bild zeigt von links: Dr. Jürgen Gros, Peter Huber, Karl Greisel und Georg Hummel

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